Umstieg auf Ubuntu

Windows erfolgreich durch Ubuntu ersetzen.
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Windows 7 vs. Ubuntu 9.10 (Teil 2)

Thomas | 30. January 2010

Nachdem ich in Teil 1 dieser Artikelserie Windows 7 nicht installiert bekommen habe, probiere ich nun die Alternative: Ubuntu 9.10 64 Bit.

Ubuntu 9.10 64 Bit

Wie bei Windows 7 starte ich auch bei Ubuntu 9.10 mit einem RAID 1 aus zwei SATA Platten zu je 750 GB. Wähle ich den Punkt “Ubuntu installieren”, so blinkt für mehrere Minuten ein Cursor im Textmodus und nichts passiert.  Das gleiche passiert, wenn ich “Ubuntu ausprobieren” auswähle, also von der Live-CD booten möchte. Offenbar ist meine Hardware so exotisch, dass weder Windows noch Ubuntu sie erkennt. Das Board ist ein ASRock Alive XFire eSATA 2.

Wie auch bei Windows 7 verzichte ich also auf das RAID. Die Platte kann ich auch anders noch gut gebrauchen. Doch auch bei deaktiviertem RAID-Modus will Ubuntu 9.10 einfach nicht booten. Verzweifelt wie ich bin, versuche ich den Inhalt der CD mittels der eingebauten Prüfmethode zu verifizieren, doch nicht einmal das klappt.

Glücklicherweise hat das Board wenigstens einen echten IDE-Anschluss, so dass ich das SATA DVD-Laufwerk durch ein IDE DVD-Laufwerk ersetze. Nachdem auch dies scheitert, fange ich ganz vorne an: das heruntergeladene ISO Image von Ubuntu hat die richtige MD5 Checksumme. Die CD hat die gleiche MD5 Summe. Das ist schon einmal sehr erfreulich.

Da bei Windows 7 der ATI Treiber die Grafikkarte nicht unterstützte, probiere ich auch bei Ubuntu den abgesicherten Grafikmodus – leider ohne Erfolg.

Zwischenfazit

Windows 7 gewinnt knapp vor Ubuntu 9.10. Mit beiden Betriebssystemen gelang es mir nicht, eine Installation durchzuführen. So eine Pleite habe ich die letzten 10 Jahre nicht mehr erlebt. Selbst der Austausch von Hardware (Verzicht auf RAID sowie IDE statt SATA) führte nicht zum Erfolg.

Nachtrag

Während ich diesen Artikel schreibe passiert das Unmögliche: Ein weißes Ubuntu-Logo erscheint auf dem Bildschirm. Da ich meinen Augen nicht traue und natürlich wissen möchte, wie viel Zeit zwischen dem blinkenden Cursor und dem Ubuntu-Logo vergehen, starte ich den Rechner neu und nehme die Stoppuhr in die Hand. Genau 4 Minuten und 3 Sekunden braucht das Ubuntu 9.10, um das Logo anzuzeigen. Spätere Tests ergeben: das klappt sogar von SATA DVD.

Von IDE DVD schafft Ubuntu es sogar ins Live-System, erkennt dann aber die Festplatten nicht, obwohl der RAID-Modus bereits ausgeschaltet ist. Da kam Windows 7 schon etwas weiter.

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64 Bit, Ubuntu 9.10, Windows 7
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Windows 7 vs. Ubuntu 9.10 (Teil 1)

Thomas |

Ab und zu muss man die aktuell verfügbaren Betriebssysteme vergleichen. Als Vista-Ablehner bin ich natürlich gespannt auf dessen Nachfolger, Windows 7.  Da ich parallel auch mit Ubuntu 9.10 Server rumspiele, habe ich eine recht gut (zumindest die beste im Haus) ausgestattete Hardware zur Verfügung. Der Dual-Core PC ist mit 5,2 GB RAM ausgestattet, wovon unter Windows 32-Bit nur 3 GB so richtig nutzbar sind. Aus diesem Grund treten hier also die 64-Bit Versionen gegeneinander an.

Der erste Unterschied ist offensichtlich: Ubuntu 9.10 ist kostenlos aus dem Internet herunterladbar. Die knapp 700 MB große ISO Datei kann man dann selbst auf eine CD oder DVD brennen, was unprofessionell aussieht. Für 81 Euro mehr bekommt man bei Windows 7 einen hübschen DVD-Datenträger, der mit knapp 3 GB befüllt ist. Allerdings bekommt man im Ubuntu-Shop einen 5er-Pack CDs auch für 5,85 € zzgl. Versandkosten. Wer es also professionell aussehen lassen will hat auch beu Ubuntu die Möglichkeit dazu. Schade, dass es Ubuntu nicht auch auf DVD gibt, denn typischerweise geht eine DVD-Installation schneller vonstatten.

Ok, mit Masse (hier: an Daten) statt Klasse oder professionellem Aussehen lässt sich nichts gewinnen, mal sehen, wie sich die Betriebssysteme schlagen.

Windows 7 Home Premium 64 Bit

Da so neu und so unbekannt, war der Reiz natürlich groß, mit Windows 7 anzufangen. Ich habe mich gezielt für eine Windows 7 Home Premium entschieden, da ich viele Funktionen der höheren Editionen nicht benötige. Den XP-Modus brauche ich nicht unbedingt, außerdem lässt sich mit XP-Modus der Virtual PC 2007 nicht mehr installieren. Der einzige Wehmutstropfen: ich kann Windows 7 nicht in eine VHD Datei installieren.

Der erste Versuch Windows 7 zu installieren scheiterte kläglich: Windows 7 erkennt den RAID-Controller nicht und findet somit keine Festplatte, auf die es sich installieren möchte. Natürlich gibt es die Möglichkeit, Treiber von Diskette zu laden, aber der Server hat kein Diskettenlaufwerk. Da ich nicht gleich das Windows Automated Installation Kit (rev. 2010-01-30) verwenden wollte, um die Treiber auf die DVD zu integrieren, schaltete ich das RAID-1 einfach ab.

Jetzt war eine Installation möglich, die auch ohne größere Nachfragen unproblematisch durchgeführt werden konnte. Beim Neustart dann allerdings die nächste Hürde: Windows 7 stürzt mit einem Bluescreen ab. Da ich nicht wusste, an was es liegen kann und der Bluescreen nicht lange genug angezeigt wurde, habe ich vorsichtshalber mit der Ubuntu CD einen Speichertest durchgeführt – ohne Erfolg.

Später stellte ich fest, dass der ATI-Treiber den Bluescreen verursachte.  Also begann ich mit dem Download der 1,6 GB großen ISO Datei für die Treiberintegration. Irgendwie schafft Microsoft es nicht richtig, kleine praktische Tools zur Verfügung zu stellen. Doch auch hier schaue ich in die Röhre: das WAIK (so die Kurzform) benötigt Windows Server 2003 SP1, Windows Vista SP 1, Windows 7 oder Windows Server 2008 R2. Woher soll ich denn so ein Betriebssystem nehmen – speziell Windows 7 bekomme ich ja gerade nicht installiert? Mit meinem Windows XP komme ich offensichtlich nicht weiter.

Seit etwa 3 Wochen liegt die gutaussehende Windows 7 DVD nutzlos hier rum. Da das Mainboard lediglich über PCI-Express-Slots verfügt und ich nur eine Sorte PCI-Express Grafikkarten habe, kann ich auch an der Hardware-Ausstattung nichts grundlegendes mehr ändern. Irgendwie ärgert mich das, denn ich hätte erwartet, dass Windows 7 mit moderner Hardware wie RAID und PCI Express besser umzugehen weiß. Das  Board ist übrigens ein ASRock Alive XFire eSATA 2.

Windows 7
Ubuntu 9.10
Automatisiert
Da so neu und so unbekannt, war der Reiz natürlich groß, mit Windows 7 anzufangen. Ich habe mich gezielt für eine Windows 7 Home Premium entschieden, da ich viele Funktionen der höheren Editionen nicht benötige. Den XP-Modus brauche ich nicht unbedingt, außerdem lässt sich mit XP-Modus der Virtual PC 2007 nicht mehr installieren. Der einzige Wehmutstropfen: ich kann Windows 7 nicht in eine VHD Datei installieren.
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Upgrade nach Ubuntu 9.10

Thomas | 8. November 2009

Ein halbes Jahr ist vorüber und Ubuntu 9.10 wurde wie erwartet zur Verfügung gestellt. Mistrauisch wie ich bin, habe ich wie immer ein Backup erstellt. Eigentlich eine gute Sache, denn so habe ich wenigstens einen festen Rhythmus, in dem ich Backups erstelle. Ob das Release nun Karmic Koala heißt oder nicht, ist mir völlig schnuppe, ebenso ob sich der Boot-Screen jetzt wieder geändert hat, oder gleich geblieben ist.
Wichtig sind mir andere Dinge: das Update muss problemlos installiert werden können, installierte Anwendungen müssen weiterhin laufen und hoffentlich sind ein paar Bugs behoben oder es wurde irgendwo die Performance gesteigert. Nun, wurden meine Erwartungen erfüllt?
Zunächst meldet das Update, dass es die Paketquellen von Drittanbietern deaktiviert hat und dass ich diese nach der Installation wieder aktivieren kann. Schade eigentlich, dass es die Paketquellen nicht selbst wieder aktiviert. Die zweite Meldung besagte auf meinem System, dass der Support für einige Anwendungen eingestellt wurde, ich aber immer noch Support von der Community erhalten könnte. Die Anwendungen würden im nächsten Schritt gelöscht, wenn ich nicht “Universe” aktiviert hätte. Schade eigentlich, dass es an diesem Punkt noch nicht feststellen konnte, dass ich “Universe” aktiviert habe, dann hätte ich die Meldung gar nicht gezeigt bekommen müssen.
Um ca. 14 Uhr startete die Installation und sagte eine Dauer von 1 Stunde 30 Minuten voraus. Nach dem Download von 500 Dateien war die Prognose dann jedoch schon bei 2 Stunden. Offenbar kommt auch kein Downloadmanager zum Einsatz, der parallel mehrere Dateien herunterlädt. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum die Downloadrate immer wieder einbricht. Da kam mir der Besuch gerade Recht, um die Zeit zu überbrücken.
Nach dem Download wieder eine Nachfrage, welche die Installation ins Stocken brachte. Eine dreiviertel Stunde später die nächste. So kommt der Installations-Prozess immer wieder zum Erliegen, die Installation verschleppt sich über mehrere Stunden. Das macht Windows inzwischen besser: die Installation verläuft ohne weitere Nachfragen, die Einrichtung und Konfiguration erfolgt zum Schluss.
Abgesehen davon lässt sich die Installation nur von Experten erledigen – auch wenn ein Laie Ubuntu bedienen kann. Ich stelle mir immer wieder vor, meine Lebenspartnerin hätte das Update durchgeführt. Wie oft hätte sie wohl angerufen, um Ubuntu zu aktualisieren?
Nicht nur beim Download, auch bei der Installation könnte Ubuntu parallelisieren. Es ist gut zu erkennen, dass nur ein Prozessor ausgelastet ist. Ich nehme an, dass sich von einander unabhängige Pakete auch parallel installieren lassen.
Dann kam das typische Sorgenkind: Virtualbox. Mehrfach taucht die Fehlermeldung auf, dass es sich um ein Problem in der Anwendung handelt, die das D-Bus System verwendet. Im Moment kann ich nicht sagen, ob die Installation geklappt hat, jedenfalls musste ich nicht manuell eingreifen.
Wenig später räumt Ubuntu auf: 193 Pakete können gelöscht werden, was angeblich mehrere Stunden in Anspruch nehmen soll. Diese Schätzung stellte sich als extrem pessimistisch heraus, als nach fünf Minuten diese Operation schon beendet war.

Beim Neustart der erste Schock: alles ist schwarz-weiß. Das rot-orange-gelbe Ubuntu Logo glimmt in weiß vor sich hin, aber offensichtlich soll das so sein. Natürlich ist auch mein schöner Anmeldebildschirm weg, ersetzt vom Standard-Ubuntu Anmeldeschirm. Dass der Bildschirm beim Start weniger flackern soll, wie in c’t 24/2009 beschrieben, kann ich nicht nachvollziehen. Mindestens 4 Mal habe ich ein Flackern bemerkt.
Außerdem ist die Installation zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen: ich werde freundlich darauf hingewiesen, dass die Sprachunterstützung noch nicht vollständig ist. Um das nachzuholen brauche ich drei Mausklicks und die Eingabe des Passworts. Warum wurde das nicht schon während der eigentlichen Installation erledigt, frage ich mich.
Ansonsten sieht man dem neuen Ubuntu die Änderungen an. Es ist trist geworden im neuen Ubuntu. Der Hintergrund ist nicht mehr so fröhlich sandig-bunt wie früher und die aufhellenden orangen Titelleisten wurden durch braun ersetzt. Die Icons im System-Tray sind flach und grau und sehen ein bisschen nach Windows Vista aus. Glücklicherweise lässt sich das Erscheinungsbild auf den bisherigen Standard zurücksetzen.
Ein kurzer Rundumblick: Evolution funktioniert noch. Da sich in meinem Spam-Ordner bereits 6500 Emails angesammelt hatten, führte ich eine Lösch-Orgie wie damals durch und mit dem gleichen Ergebnis. Während des Löschvorgangs ist Evolution nicht bedienbar, mindestens eine CPU 100% ausgelastet, manchmal beide.
Auffällig sind die Änderungen im neuen Software-Center. Die Beschreibungen vieler Programme sind nur auf Englisch verfügbar und nach wie vor fehlt die Möglichkeit, bereits installierte Programme auszublenden. Die Bewertung von anderen Benutzern (Sterne) gibt es auch nicht mehr, oder?

Ich vergleiche mal mit dem Artikel aus c’t 24/2009. Schneller booten mit Upstart: mag sein, dass es ein paar Sekündchen weniger lang gedauert hat. Diese Sekunden verliert ein Anwender locker wieder, wenn er nicht besonders gut Englisch kann und die nicht übersetzten Programme bedienen muss.
Neue Software: auch hier ist alles beim Alten. OpenOffice von Sun erfordert für einen Bugreport über das Hilfe-Menü eine Registrierung, sendet allerhand Daten und der Empfänger ist nicht Sun sondern das Canonical Launchpad. Wo Sun draufsteht ist also Canonical drin. Wer meint, er könne über die Bug-Report-Webseite von Sun Fehler melden, irrt sich gewaltig.
Palimpsest: ja, nett, sieht gut aus, brauche ich aber nicht. Seit Installation von Ubuntu 7.10 habe ich die Festplattenaufteilung nicht geändert und ich hab auch nicht vor, das zu tun.
Ubuntu One: Ich kann nicht nachvollziehen, wer seine Daten immer im Internet speichern will. Jedenfalls springt Canonical hier wohl auch auf. Ich finde, meine Daten sind im Internet nicht sonderlich gut aufgehoben. Immer und überall wird von Daten- und Identitätsklau berichtet…
Aktueller Kernel: der dürfte interessant sein, wenn dadurch wirklich Suspend To RAM oder Suspend To Disk funktionieren. Auch die vorübergehenden Flacker-Effekte im laufenden Betrieb (nicht während des Bootens, s.o.) könnten vielleicht aufhören.

Ich weiß, dass bei Ubuntu Brainstorm viele Leute ihre Meinung geäußert haben. Natürlich in Englisch. Und dennoch haben viele gefordert, dass die Übersetzung besser wird. Davon ist nicht viel zu spüren – ähnlich übrigens wie bei Windows XP 64 Bit, das selbst nach Installation der Sprachpakete den Internet Explorer in Englisch anzeigt.

Was meine Erwartungen angeht: das Update ließ sich installieren, ein unbedarfter Nutzer benötigt aber Hilfe. Die installierten Anwendungen funktionieren noch, sogar Moneyplex, welches beim Umstieg auf 9.04 einige Probleme bereitete. Sowohl Suspend To Disk als auch Suspend To RAM funktionieren bei mir gut. Ich bin zufrieden.

Rosarot
Englisch
Erscheinungsbild
Palimpsest
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Backup, Community, Evolution, Karmic Koala, Support, Suspend, Ubuntu 9.10, Universe, Update, Upstart
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